Es ist Zeit, danke zu sagen!

Die 1. und 2. Herren verabschieden Micha Degenhardt und Torben König.

Die 1. und 2. Herren verabschieden Micha Degenhardt und Torben König mit einem Abschluss-Training.

Ein letztes großes Aufgalopp markierte am Freitag das Ende zweier wichtiger Amtszeiten beim SV. In einem finalen großen Training mit bei weitem nicht allen, aber ganz vielen Weggefährten aus den vergangenen zehn Jahren verabschiedeten sich Micha Degenhardt und Torben König als Trainer der ersten bzw. zweiten Herren. In vertrauter Runde auf heimischem Platz wurde der perfekte Rahmen für einen würdigen Abschied gefunden. 

Torben prägte über mittlerweile zehn Jahre nicht weniger als eine Ära im Verein. Gestartet als Spielertrainer in der 2. Herren, ging der Weg schnell noch eine Etage nach oben. So begab es sich zu der Zeit, dass der SVO im Sommer 2016 eine vakante Stelle auf der Stelle des Cheftrainers der ersten Herren neu zu besetzen hatte. Als die Wahl auf Torben fiel, der quasi die Definition eines Oesinger-Urgesteins widerspiegelt, opferte der sogar seine eigene aktive Spielerkarriere. „The rest is history“, sagt der Engländer. Aber eine Geschichte, die es trotzdem wert ist, erzählt zu werden. 

Viele Teile der Mannschaft kannte Torben bereits aus Zeiten als Jugendtrainer und formte aus ihnen das Herzstück der Mannschaft, das auch heute noch Bestand hat. Kontinuität ist das entscheidende Wort. Der Fokus lag stets darauf, das eigene Potenzial bestmöglich auszuschöpfen, ohne sich groß links und rechts umzuschauen. Das betrifft gesetzte Spieler, aber auch den Oesinger-Nachwuchs sowie die zweiten Herren. Alle waren jederzeit in die Planung einbezogen und konnten sich dank hervorragender Durchlässigkeit in alle Richtungen Chancen ausrechnen. 

Sich in allen Phasen einer Laufbahn, die in zehn Jahren natürlich einiges an Höhen und Tiefen mitbringt, treu zu bleiben, zeugt von Widerstandsfähigkeit und großem Vertrauen in die Stärken des Vereins und in sich selbst. Der über allem schwebende Erfolg bleibt der Aufstieg in die Bezirksliga. Diesem folgte ein Debütjahr in der neuen Spielkasse, das sich für alle Beteiligten fast wie ein unwirklicher Rausch anfühlte. Diesen Festjahren folgte ein Abstieg mit unsagbarem Verletzungspech und einer Rückkehr ins Kreisliga-Mittelfeld. Was blieb, war die Einstellung: ‘Komme was wolle, wir bleiben eine Familie.‘ Die Familie verjüngte sich und ging in diesem Jahr erneut mit durchgedrücktem Gaspedal in die neue Saison. Der erneute Aufstieg als Schlussnote wäre des Kitsches auch fast zu viel gewesen. Was bleibt, sind ohnehin die gemeinsamen Momente. Danke, Torben! 

Der Nachricht auf Torbens Rücktritt folgte die zweite Hiobsbotschaft, dass auch Micha als zweite Herren-Trainer die Segel streichen würde. Die Situation seiner ersten Trainerstation begann fast ähnlich wie die von Torben einst. Als gestandener erste Herren-Spieler sollte die sportliche Zukunft nun in der Zweiten liegen. Auch hier war die Trainer-Stelle vor vier Jahren unbesetzt. Und besonders reizvoll klang diese Aufgabe nach außen offen gestanden nicht: Die Mannschaft war einigermaßen zerrüttet, gerade hoffnungslos in die dritte Kreisklasse abgestiegen und mental am Boden. Gepaart mit Auswärtsspielen um 12:00 mittags auf einem Pilzbewachsenen Platz in Hagen-Bokel nahm Micha diese Herausforderung damals trotzdem an. Allein dieser Schritt verpflichtet eine Mannschaft schon zu Dankbarkeit. Hinzukommt allerdings noch, dass Micha sich das ganze sogar noch in Doppelbelastung als Spielertrainer aufhalste. Nicht selten galt es zwischen Hütchen aufstellen und Warmmachen noch spontan einen Schiedsrichter aufzutreiben, der in einer Stunde bereit auf dem Platz stehen konnte.  

Ganz nebenbei wurde dabei einer ganzen Mannschaft ein neues Gesicht von ihm verpasst. Die Aufbruchsstimmung erzeugte eine Euphoriewelle, die teilweise heute noch zu spüren ist. Neue Spieler kamen dazu, ehemalige Spieler wurden wieder rekrutiert, Spieler fanden neue Lust am Fußball und eine Mannschaft verbrachte wieder gerne Zeit miteinander. Dieser Verdienst ist kaum hoch genug anzurechnen. 

Doch nicht nur neben dem Platz war neuer Glanz da. Der neue Teamgeist trieb in sportlichem Erfolg schnell erste Früchte. Im ersten Jahr gelang der Aufstieg ohne Punktverlust, ein vierter Platz im Comeback-Jahr in der zweiten Kreisklasse und seitdem die Wieder-Etablierung als ungefährdeter Mittelfeldklub ohne Abstiegsängste. Micha wird uns glücklicherweise als Spieler weiterhin erhalten bleiben und kann ruhigen Gewissens eine intakte Mannschaft an Jan Herrmann übergeben. 

Beide Mannschaften und der gesamte Verein sind euch beiden sehr dankbar für die Verdienste der letzten Jahre und freuen sich, euch, egal in welcher Position, weiter auf dem Sportplatz zu treffen. Für die Zukunft wünschen wir euch beiden nur das Beste und als Fußballer vor allem Gesundheit. 

Danke  

NUR DER SVO! 

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